Wappen
Verdensia Haus Wappen
  Wappen
   

Georg-August Universität Göttingen

Die Georg-August-Universität Göttingen ist eine traditionsreiche und renommierte Universität, die 1734 gegründet wurde. In vielen Bereichen erlangte die Universität Weltruf und zahlreiche Nobelpreisträger haben in Göttingen studiert oder gelehrt. Heute gehört sie zu den zehn größten Hochschulen in Deutschland und bietet mit 13 Fakultäten eine umfassende Studienauswahl an:

Fakultäten

  • Fakultät für Agrarwissenschaften
  • Biologische Fakultät
  • Fakultät für Chemie
  • Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
  • Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
  • Mathematische Fakultät
  • Fakultät für Physik
  • Juristische Fakultät
  • Sozialwissenschaftliche Fakultät
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
  • Philosophische Fakultät
  • Theologische Fakultät
  • Medizinische Fakultät

Georg-August-Universität Göttingen

Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen

Am 13. Januar 1733 erteilt Kaiser Karl VI. in Wien das Privileg einer in Göttingen zu gründenden Universität.

Bürgermeister und Rat des notleidenden Landstädtchens danken dem Kurfürsten Georg-August von Braunschweig-Lüneburg, zugleich König Georg II. von England, für die Absicht, Göttingen zur Universitätsstadt zu machen. Der Minister und Geheime Rat Gerlach Adolph von Münchhausen, Vetter des bekannten Lügenbarons, beginnt mit Umsicht und Schwung die Vorarbeiten, die zunächst in der Verbesserung des Straßenpflasters und der öffentlichen Hygiene, der Einführung einer Straßenbeleuchtung, der Verbesserung des Feuerschutzes etc. bestehen. Nach dem Kollegien-Gebäude an der Pauliner Kirche wird 1734 als erstes Universitätsinstitut die Reitbahn an der Weender Straße erbaut. Sie ermöglichte die Immatrikulation als ,,stud. art. equestr.". Durch die Schenkung der 8912 Bände zählenden Bibliothek des verstorbenen Großvogtes Joachim Heinrich Bülow wird der Grundstock der Universitätsbibliothek gelegt, die zu einer der größten deutschen Bibliotheken wurde. Am 31. Oktober 1734 beginnen die Immatrikulationen. 1737 wird die Universität unter großen Feierlichkeiten eingeweiht. Die Arbeit beginnt mit 20 Professoren und 400 Studenten. Von Münchhausen wird als eigentlicher Initiator der Universität, deren erster Rektor Magnifizenz König und Kurfürst Georg II. selbst wird, gefeiert. Bereits um 1770 war Göttingen mit etwa 700 Studenten Deutschlands bedeutendste Universität. Von den vielen Göttinger Studenten, die später über die Landesgrenzen hinaus berühmt geworden sind, seien beispielsweise Heinrich Heine (1797-1856) und Otto von Bismarck (1815-1898) genannt. Heine, der mehr von den Würsten der Stadt als von ihren Studenten hielt, setzte in seiner ,,Harzreise" der Leinestadt ein kleines literarisches Denkmal. Von Bismarck, der beim Corps Hannovera aktiv war und ein ausgelassenes Leben führte, wurde durch seine Schulden aus Göttingen vertrieben. Sein Studium der Rechtswissenschaften beendete er in Berlin. Mit der Gründung der Gesellschaft der Wissenschaften 1753 war die Zweiheit von Lehre und Forschung vorgezeichnet, ein Prinzip, das Wilhelm von Humboldt als Göttinger Student kennengelernt hatte und das er bei der Gründung der Berliner Universität 1810 zu verwirklichen trachtete.

1837 geriet die Göttinger Universität unter dem Stichwort “Die Göttinger Sieben” in die Schlagzeilen. In diesem Jahr endete die Personalunion zwischen Hannover und England. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Königs August war die Aufhebung der Verfassung von 1833. In ihrer Gewissensnot taten sich sieben Göttinger Professoren zu einer Protestation zusammen, die sie an den König richteten. Unterzeichnet wurde das Dokument von dem Historiker Friedrich Christoph Dahlmann, den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm, dem Rechtsgelehrten Wilhelm Eduard Albrecht, dem Literaturhistoriker Georg Gottfried Gervinus, dem Orientalisten Heinrich Ewald und dem Physiker Wilhelm Weber.Die Sache wurde bekannt, der König reagierte, indem er kurzerhand die sieben ihrer Ämter enthob. Dahlmann, Gervinus und Jacob Grimm mußten kurzfristig das Land verlassen. Der Schritt der Göttinger Sieben fand in ganz Deutschland Beachtung, die Göttinger Universität hatte Mühe, die Lücken, die durch den Weggang dieser bedeutenden Wissenschaftler entstanden waren, wieder zu schließen.

Gauß hatte den Grundstock für die naturwissenschaftliche Tradition der Göttinger Universität gelegt. In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts gab es in Göttingen eine Blüte der Naturwissenschaften, die ihresgleichen suchte. Göttingen wurde zum Zentrum der neuen Atomphysik. Hier trafen sich die berühmtesten Physiker und Mathematiker zu den sogenannten ,,Bohr-Festspielen”. Die Entwicklung wurde 1933 jäh unterbrochen. Der ,,Geist der neuen Zeit" schlug unersetzliche Lücken in den Lehrkörper der Georgia Augusta. Im Zeitraum von zwei Jahren wurden über 50 Professoren, meist jüdischer Herkunft, entlassen. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät verlor über die Hälfte ihres Lehrpersonals. Nach dem Zeiten Weltkrieg begann Göttingen als eine der wenigen kaum zerbombten Universitäten als erste den Unterrichtsbetrieb. Die Zahl der Studierenden stieg von Jahr zu Jahr. Es mußten neue Institutsgebäude errichtet werden. So entwickelte sich die Universität in nördlicher Richtung und bildet hier, bis in die Weender Feldmark hineinreichend, einen eigenen Universitätsstadtteil. Die Universität hat sich in Dimensionen entwickelt, die früher unvorstellbar waren. Während es 1939 nur 1.442 Studenten gab, waren es Anfang der Neunziger um die 30.000. 1980 lehrten circa 600 hauptamtliche Professoren (1938 - 134), die Universität beschäftigte rund 1.900 wissenschaftliche Mitarbeiter und über 6.000 Mitarbeiter im technischen und Verwaltungsdienst. Mit ihrem Personalbestand ist die Universität der größte ,,Betrieb" der Stadt.