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Universitätsstadt Göttingen

Göttingen ist es durch die Öffnung der DDR-Grenzen gelungen in den geographischen Mittelpunkt Deutschlands zu rücken. Hübsch, im Tal der Leine gelegen, ist sie seit 1733 eine traditionsreiche Universitätsstadt. In den letzten 100 Jahren haben über 40 Nobelpreisträger in Göttingen gelebt, studiert, gelehrt oder gearbeitet. Darunter z.B. Robert Koch (Medizin) und Max Planck (Physik). Der hohe Studentenanteil der Bevölkerung macht Göttingen zu einer jungen und modernen Stadt mit einem ausgereiften kulturellen Angebot und einem interessanten Nachtleben. Belebt und beliebt ist die Göttinger Altstadt. Hier gibt es gotische Kirchen, hübsche Fachwerkhäuser und beschauliche Plätze.

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Göttingen in der Wikipedia

Geschichte der Stadt Göttingen

Im Jahr 953 schenkte der deutsche Kaiser Otto I. in einer Urkunde dem von ihm besonders geschätzten Moritzkloster in Magdeburg einige Ländereien, worunter sich auch Güter befanden, die in einem Dorf namens Gutingi lagen. Mit dieser Schenkung taucht der Name Göttingens erstmals auf. Allerdings bedeutet dies keineswegs die Gründung des Ortes. Aufgrund zahlreicher archäologischer Grabungen, kann davon ausgegangen werden, daß im Gebiet der heutigen Stadt Göttingen schon weit in vorgeschichtlicher Zeit immer wieder Menschen siedelten. Wann und unter welchen Umständen die eigentliche Stadt Göttingen entstand, ist nicht exakt zu bestimmen; wahrscheinlich geht die Gründung auf eine Initiative Herzog Heinrich des Löwen zurück und erfolgte in der Zeit zwischen ca. 1150 und 1200. Ihr Zentrum lag im Bereich von Johanniskirche und Marktplatz: das Dorf Gutingi gab der Stadt zwar seinen Namen, war aber nicht deren eigentliche Keimzelle. Der Bezirk des Dorfes ist vielmehr noch Jahrhunderte später als gesonderter Bereich - das sog. "Alte Dorf" um die Albanikirche und entlang der Langen-Geismar-Straße - erkennbar. Auch der Zeitpunkt der Verleihung des Stadtrechtes ist unklar. Sicher ist, dass um das Jahr 1200 bereits eine stadtähnliche Siedlung bestand, deren Bewohner als Bürger bezeichnet wurden.

In den Jahrzehnten nach seiner Gründung entfaltete Göttingen eine enorme politische und wirtschaftliche Dynamik, die es den Bürgern ermöglichte, sich schrittweise aus der Abhängigkeit von ihrem Stadt- und Landesherrn, dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg, zu lösen. Die Einwohnerschaft war im Mittelalter nicht homogen, sondern rechtlich, wirtschaftlich und sozial stark gegliedert. Am Ende des 15. Jahrhunderts geriet Göttingen vor allem aufgrund der technisch und qualitativ überlegenen Textilproduktion in England und Flandern wirtschaftlich und politisch in eine Krise. Da damals wie heute galt: wenn die Wirtschaft lahmt, wird auch das öffentliche Geld knapp, erhöhte sich vor allem die Verschuldung des städtischen Haushalts. Unter dem Druck der sich verschärfenden Finanzkrise kam es zum offenen Konflikt, der in einem regelrechten Aufstand eskalierte. Am 6. März 1514 stürmten die Gilden das Rathaus, setzten den Rat kurzerhand gefangen und jagten ihn anschließend aus der Verantwortung. Zwar konnte der Rat nach kurzer Zeit mit Hilfe des Landesherrn Herzog Erich I. zunächst seine alte Stellung wieder zurückgewinnen und festigen, der Konflikt schwelte jedoch fort und brach in den folgenden Jahren immer wieder aus.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts erlebte dann vor allem die Göttinger Textilindustrie eine neue Blüte. Trotz dieser unverkennbaren Wiederbelebung der städtischen Wirtschaft wird der entscheidende Wendepunkt im Schicksal der Stadt von einem anderen Ereignis markiert. Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass kein Ereignis die Entwicklung Göttingens in neuerer Zeit so tiefgreifend beeinflusst hat wie die Gründung der Universität, die im Jahre 1737 feierlich eröffnet wurde.

Seit diesem Zeitpunkt ist die Geschichte der Stadt nur im Zusammenhang mit der Entwicklung der Universität zu verstehen, ohne diese wäre jene, so wie sie heute ist, nicht denkbar. Im Jahr 1800 war Göttingen wohl die berühmteste Universitätsstadt Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Von überall her zog es junge Menschen in die Stadt, die bei einer Einwohnerschaft von jetzt etwas über 8000 Personen immerhin fast 700 Studenten. Während des 19. Jahrhunderts hatte Göttingen seinen kleinstädtischen Charakter zunächst nicht wesentlich verändert, obwohl es bereits seit 1854 an das Eisenbahnnetz angeschlossen war. Den Zweiten Weltkrieg hat Göttingen – verglichen mit benachbarten Städten wie Kassel oder Hildesheim – glimpflich überstanden. Das Ende verlief unblutig: aufgrund glücklicher Umstände und durch das Zusammenwirken besonnener Akteure konnte die Stadt am 8. April 1945 kampflos von amerikanischen Truppen besetzt werden.